Carnevale – die beliebtesten Karnevalstraditionen aus Italien

An Karneval gibt es in Italien unzählige verschiedene Feste und Traditionen. Es wird gefeiert von Nord bis Süd mit süßen und salzigen Leckereien, faszinierenden Masken, spektakulären Paraden und traditioneller Musik. Erfahre alles über die berühmtesten und charakteristischsten Karnevalstraditionen aus ganz Italien und feiere den Fasching wie am Markusplatz mit Panzerotti, Orangenschlachten, Chiacchiere und edlen Pralinen.

Masken, Orangen und farbenfrohe Karren

Der Carnevale von Venedig zählt zu den berühmtesten Karnevalsfesten der Welt und jedes Jahr strömen Scharen von Touristen in die Stadt im Nordosten Italiens, um das Spektakel auf dem Markusplatz zu bestaunen. Zwischen engen Gassen und Kanälen erscheinen dort elegante Gestalten mit faszinierend schönen Masken und pompösen Kleidern, als kämen sie direkt aus einer anderen Zeit. Die Maske wurde bereits seit seinen Anfängen Ende des 11. Jahrhunderts zum Symbol des Venezianischen Karnevals ernannt und wird seither von den Bewohnern Venedigs mit aufwendigen Kostümen zelebriert. Im Piemont sieht der Karneval schon ganz anders aus. Beim historischen Umzug in Ivrea werden mittelalterliche Traditionen mit einer dreitägigen Orangenschlacht mitten in der Stadt gefeiert. Auf Holzkarren bewerfen Schützen in Rüstungen mit unzähligen Orangen die Arancieri auf den Straßen, die das Volk repräsentieren. Ein wesentliches Element des Karnevals in Ivrea ist daher die rote Mütze, die getragen werden muss, um am Ende nicht als Arancieri verwechselt zu werden und Orangen abzubekommen. Ursprünglich war es auch in Sizilien üblich sich mit Orangen und Zitronen beim Karnevalstreiben zu bewerfen. Heute besticht der Karneval von Acireale jedoch durch seine besonders farbenfrohen Karren, die mit Lichtern und bunten Blumen verschönert werden.

Paraden, Pralinen und Folklore

Der Karneval von Viareggio gilt ebenfalls als einer der berühmtesten Karnevalsfeste Italiens und ist bekannt für seine spektakulären Wagen aus Pappmaché und deren riesige satirische Karikaturen aktueller politischer und gesellschaftlicher Themen. Eine der ältesten Karnevalstraditionen kann man in Fano in der Region Marken bestaunen. Dieser ist bekannt für seine besonders kreativen Umzugswagen, die jeweils an den drei Sonntagen vor dem Faschingsdienstag bei den großen Paraden zu sehen sind. Dabei wird kein Konfetti in die Mengen geworfen, sondern tonnenweise Süßigkeiten, Pralinen und verschiedene Leckereien. Auf Sardinien in Mamoiada finden sich hingegen uralte Karnevalstraditionen, bei dem anstelle von bunten Wägen alte folkloristische Kostüme getragen werden. Die Issohadores mit ihren weißen Masken, traditionellen Kopfbedeckungen und Rasseln und die Mamuthones mit Schaffellen, schwarzen Holzmasken und großen Kuhglocken verkleidet, repräsentieren den Übergang vom Winter in den Frühling.

Krapfen, Gianduia und Chiacchiere

In der Karnevalszeit sind auch in Italien vor allem die vielen verschiedenen Süßigkeiten besonders begehrt. Kleine frittierte Krapfen, die Castagnole, werden pur oder gefüllt mit Birnen, Pfirsichen und vielerlei anderen Obstsorten zubereitet. Süße Pralinen in verschiedenen Geschmacksrichtungen und Formen werden vor allem an den Paraden wie Konfetti verteilt. In buntes Papier gehüllt sind sie ein nettes kleines Geschenk für die vielen großen und kleinen Besucher. Die Gianduia-Füllung ist dabei äußerst beliebt und ähnelt mit Nüssen, Zucker und Kakaobutter sehr stark der bekannten Nougat-Füllung. Die knusprigen Chiacchiere sind jedoch das bekannteste Karnevalsgebäck in Italien. Obwohl es viele Namen für das dünne frittierte Gebäck gibt, je nach Region heißen sie chiacchiere, bugie, frappe oder lasagne, weil sie aussehen wie frittierte Lasagneblätter, schmecken sie immer gleich und am besten mit einer leichten Schicht Puderzucker darüber.