Agriturismo: Urlaub in Italien

Um das authentische Italien zu entdecken, begeben wir uns diesen Sommer in die schönsten Weingärten, entdecken faszinierende Olivenhaine mit ihren jahrhundertealten Olivenbäumen und übernachten bei kleinen Bauernhöfen in ganz Italien. Wir probieren die traditionellen Produkte aus handwerklicher Herstellung direkt vor Ort und lernen die Menschen und ihr Land richtig kennen. Gemeinsam machen wir Urlaub in Italien und genießen die unbeschwerte Leichtigkeit des Agriturismo.

 

Agriturismo
 
Im Norden

Vom Norden...

Von den sanften Hügeln der Toskana geht es weiter in die bezaubernden Dörfer Umbriens bis ins raue und wilde Hinterland Siziliens. Wir kommen in engen Kontakt mit der Natur, erleben hautnah die vielen kulturellen und regionalen Unterschiede zwischen Nord und Süd, schließen herzliche Bekanntschaften mit vielen interessanten Menschen und tauchen ein in das Leben am Land, entdecken die typischen Produkte ihrer Region und verkosten die authentische, regionale Küche.

Unsere Reise beginnt in Südtirol, mediterran und alpin zugleich erstrecken sich im Süden endlos weite und warme Täler geprägt vom Weinbau, der traditionellen Südtiroler Apfelernte, mittelalterlichen Burgen und Schlössern sowie einer mediterranen Landschaft rund um den tiefblauen Kalterer See. Am Mauslocher Hof verkosten wir den Gewürztraminer und spazieren durch den kleinen Weinberg von Gerda Kiem. Die Weinlese erfolgt händisch und die sorgsame Verarbeitung ermöglicht, dass die natürliche im Weinberg entstandene Qualität erhalten bleibt. So entsteht jedes Jahr ein etwas anderer Wein, der den Jahrgang wiederspiegelt.
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Über den Gardasee entlang geht es weiter in die Region Veneto. Auf den Hochebenen der Alta Lessinia, an der Grenze zwischen der Provinz von Trento und Verona, entdecken wir die charakteristischen steinernen Almhütten, die sogenannten malghe, endlose Weiden und traditionelle Bergkäsereien. Während die Kunst der Käseherstellung auf den Hütten heute fast verschwunden ist und die gemolkene Milch von den Hochebenen immer häufiger ins Tal gebracht wird, versuchen einige Käsereien das traditionelle Handwerk zu bewahren und das Bergleben neu zu beleben. Mit altbewährten Rezepten und neuen Methoden bringt die Familie Roncolato der Käserei La Casara alte Käsesorten wie den Malga Gardun und den Monte Veronese zurück auf die Tische der Region.

Im nordöstlichen Friaul-Julisch Venetien sind wir zu Besuch in der Cantina Colutta. Giorgio Colutta führt uns durch seine Weinberge im prestigeträchtigen DOC Weingebiet der Colli Orientali del Friuli. Hier entstehen im Einklang mit der Natur große friaulische Weine wie der Friulano und der Pinot Grigio Ramato. Dieser entstammt einer traditionellen Herstellungsweise der Region Friaul, wo schon seit hunderten von Jahren Pinot Grigio angebaut wird. Giorgio erklärt uns, dass erst der Boden einen echten Qualitätswein ausmacht und der ponca Boden im Friaul einen besonderen Einfluss auf seine mineralischen Weine hat. Wir erkennen im Duft die typischen Noten von Birne und Akazie und sind begeistert von seinem kupferroten Schimmer im Glas. In seinem Landhaus machen wir es uns bei einem Abendessen mit regionalen Spezialitäten gemütlich und lassen den Abend ganz entspannt zu Ende gehen.
In der Mitte

...über die Mitte...

Auf unserem Weg Richtung Süden machen wir Halt auf dem Hof der Familie Savigni mitten im Naturschutzgebiet des Toskanisch-Emilianischen Apennins. Mit großer Leidenschaft halten sie auf ihrem Hof seit über 30 Jahren in nachhaltiger Zucht neben der uralten toskanischen Schweinerasse Cinta Senese auch die rustikalen Sambucana Schweine, Hühner sowie Chianina und Piemonteser Rinder. Alles einheimische Rassen, die in Freilandhaltung ihr Leben auf dem Hof genießen können. Fausto Savigni ist fest davon überzeugt die Zukunft liegt auf den ursprünglichen Traditionen eines Hofes, wo von der artgerechten Tierhaltung bis zur Verarbeitung alles aus einer Hand kommt. Dadurch zeigen wir unseren Tieren und unserem Land unsere Wertschätzung.

Auch Silvano und Giuliana aus Macerata sehen das ähnlich. Sie betreiben den kleinen Bauernhof SIGI in Macerata, wo sie alte lokale Frucht- und Gemüsesorten aus der Region Marken biologisch anbauen und in traditionellen Rezepten als Marmeladen, Eingemachtes, Saucen und Dessertwein eingemacht werden. Dabei werden alte, fast in Vergessenheit geratene Sorten wie die Sauerkirsche, Maulbeere, Brugnole und weiße Feige wieder zum Leben erweckt und dadurch die Biodiversität ihrer Region erhalten. Silvano und Giuliana sind sich sicher, dass durch die Erhaltung regionaler Produkte auch ein Teil der historischen Tradition und Kultur der Region Marken bewahrt werden kann.
Im Süden

...bis in den Süden

In Apulien lernen wir im Olivenhain der Familie Guglielmi die Kunst des Olivenöls kennen. Seit über 60 Jahren produzieren sie in Andria nun schon natives Olivenöl der Sorten Coratina, Ogliarola und Peranzana und haben sich als Famiglia dell’Olio einen Namen gemacht. Durch ihren enormen Respekt für die Natur und dem Wissen, dass gutes Olivenöl bereits am Ast des Baumes entsteht, pflegt die Familie ihre zahlreichen Olivenbäume mit größter Sorgfalt. In Apuliens Ölkessel hatte früher jede Familie ein paar Olivenbäume und es war Tradition, dass man sein Olivenöl selber presste, erzählt uns Saverio Guglielmi. Wer nach Apulien kommt, muss also auch einen Olivenhain besuchen. Da führt kein Weg vorbei.

Südlich von Palermo, im Hinterland von Sizilien weit entfernt von den touristischen Stränden der Insel, treffen wir auf die Familie Alessandro. Vor einigen Jahren haben die jungen Winzer und Cousins das Weingut Alessandro di Camporeale ihrer Eltern übernommen. Während ihre Väter die autochthonen Rebsorten mehr oder weniger aufgaben, setzen sie heute auf den Ursprung und die Traditionen ihres Landes. Zum Rotwein Nero d’Avola Sicilia DOC aus der autochthonen sizilianischen Rebe werden am Weingut typische regionale Gerichte serviert. Wir schmecken die vielschichtigen Aromen des Weines von Pflaumen über Himbeeren und Brombeeren, Kirschen bis hin zu Schokolade und Muskatnuss und genießen die letzten Stunden unserer Reise, bevor wir den Heimweg antreten.