Weihnachtliche Genussreise durch Italien

Zu Weihnachten wird alles aufgetischt was Italiens Regionen zu bieten haben: fein veredelte Wurstwaren mit Pistazien, Fenchel und Trüffel, intensiver Pecorino aus Sizilien und gereifter Parmigiano Reggiano, schmackhafte Oliven Taggiasche aus dem grünen Ligurien, aromatische Tomaten vom Fuße des Vesuvs und traditioneller Radicchio di Treviso. Zusammen am Tisch zu sitzen und zu essen das wird in Italien von klein auf gelernt. Die Lust am Genuss wird beim Essen erst voll ausgeschöpft: darüber zu sprechen, die Gerichte in ihre einzelnen Aromen zu zerlegen und sich die Zeit nehmen, um wahrhaftig zu genießen. Vom beliebten Panettone und süßem Weihnachtsgebäck, wie den apulischen Carteddate, bis hin zum deftigen italienischen Weihnachtsbraten – dem Cotechino.

 

Weihnachtliche Genussreise durch Italien
 
Weihnachtsbraten Cotechino

Der italienische Weihnachtsbraten

Die Geschichte des Cotechino reicht bis in die Antike. Die Legende erzählt, dass der Cotechino Anfang des 16. Jahrhunderts von den Bürgern des Hofs der Pico aus Mirandola erfunden wurde, um das Schweinefleisch, während der langen Belagerung der Stadt durch die Truppen von Papst Julius II., haltbar zu machen. Beim Cotechino handelt es sich um eine typische Rohwurst aus Modena, die aus einem Teig aus fettarmen Fleisch, Fett und Schweineschwarte zubereitet und mit Salz, Pfeffer, Gewürzen und je nach Rezept, manchmal mit etwas Wein verfeinert und in einem Naturdarm gefüllt wird. Serviert wird der Cotechino vor allem als traditionelles Weihnachtsgericht auf einem Bett aus Linsen, die in Italien auch als Glücksbringer und Symbol für Wohlstand gelten, da sie in ihrer Form ein wenig kleinen Münzen ähneln.

Die Weihnachtstradition

Die Weihnachtstradition

Die Spezialität aus Bologna ist an seiner typischen Form erkennbar – zwei sich umarmende Zipfel auf der einen Seite und eine spitz zulaufende Form auf der anderen. Da muss alles ganz genau stimmen, damit man sie auch Tortellini Bologensi nennen darf. Die gefüllten Teigtaschen gelten in ganz Italien nämlich als Traditionsgericht und werden vor allem zu Weihnachten als Einlage in klaren Suppen serviert. Die Tortellini in brodo sind Teil der italienischen Weihnachtstradition und werden in der Region um Bologna ganz traditionell mit Schweinefleisch mariniert mit Knoblauch, Rosmarin, Salz und Pfeffer, Mortadella aus Bologna, Parmigiano Reggiano, Eiern und Muskatnuss gefüllt. Anschließend nicht nur sprichwörtlich, sondern tatsächlich um den kleinen Finger gewickelt und in herrlich warmer, klarer Rinderbrühe serviert.

Ein perfektes Duo

Ein perfektes Duo

Als einer der meistgetrunkenen italienischen Weine ist der rote Schaumwein Lambrusco mit der kulinarischen Tradition der Emilia Romagna unzertrennlich verbunden und wird durch seinen frischen und harmonischen Körper vor allem zu Weihnachten zum Feiertagsmenü serviert – zu saftigen Vorspeisen wie den klassischen Tortellini Bolognesi in klarer Brühe, herzhaft gefüllt mit Schweinefleisch, Prosciutto Crudo, Mortadella, Parmigiano Reggiano und Muskatnuss und aromatischen Fleischgerichten bis hin zum traditionellen Parmigiano Reggiano mit edlen Tropfen des Aceto Balsamico di Modena DOP als krönender Abschluss.

Süße Krönung

Süße Krönung

Der Panettone gehört in Italien zu Weihnachten, wie die Butter aufs Brot. Bereits Anfang des 17. Jahrhunderts wurde das Weihnachtsbrot „Panatton de Natal“ zum ersten Mal als eine Art Weizenbrot verfeinert mit Butter, Eiern, Zucker und Rosinen zubereitet. Auf dem Land ging es spartanischer zu: angeblich wurde das Weihnachtsbrot dort aus Maismehl gebacken und mit Apfelstückchen und Trauben gespickt. Hefeteig scheint erst im 19. Jahrhundert aufgekommen zu sein. Der wahre Panettone-Held ist ein Kind des 20. Jahrhunderts: Angelo Motta. Der Konditor und Gründer der gleichnamigen Lebensmittelfabrik produziert um 1920 den Panettone so, wie wir ihn heute kennen: als hohen Pilz oder Turm und in der Papiermanschette gebacken. Wie schwierig es ist den italienischen Weihnachtskuchen selbst zu Hause zu backen, verrät uns Meisterkonditor Lucca Cantarin, der für seinen Panettone mehrfach ausgezeichnet worden ist. Wir wissen jetzt, wie es um den Panettone steht und lüften hier sein Geheimnis.