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An diesen Siegeln erkennen Sie, ob Sie Top-Produkte einkaufen.

Das Ranking in der italienischen Küche ist unangefochten. An erster Stelle steht, was die Mamma, die Nonna oder die Zia kochen. Das gilt als unverfälscht und von höchster Qualität, ist handgemacht und besteht aus ausgewählten Zutaten. An zweiter Stelle kommen der Italiener und die Italienerin an sich: Jeder ist hierzulande ein kulinarischer Feinschmecker, jeder fügt dem Standardrezept eine persönliche Note hinzu, jeder folgt jedoch einer Tradition seiner Familie oder seiner Ursprungsregion. Diese Wurzeln sind in Italien heilig. Und wehe, ein cleverer Unternehmer will sich das einzig wahre Rezept unter den Nagel reißen. Lieber schlägt man sich mit Abkürzungen herum, die kaum jemand mit Sicherheit entziffern kann, die jedoch ein ganzes Kulturerbe schützen.

DOP, IGP, DOC, DOCG. Wenn Sie diese Akronyme auf italienischen Lebensmitteln lesen, können Sie sicher sein, ein Qualitätsprodukt in der Hand zu haben, dessen Herstellung einem gesetzlich geschützten Verfahren folgt und regelmäßig kontrolliert wird. Wir versuchen, den Buchstabensalat für Sie zu entwirren. Eigentlich ist es ganz einfach.

DOP garantiert: Die gesamte Herstellung und Vermarktung erfolgt im geschützten Gebiet.

Traditioneller Balsamessig aus Modena, Büffelmozzarella aus Kampanien oder Olivenöl aus Apulien tragen das von der EU vergebene Kürzel DOP für „denominazione d’origine protetta“, vergleichbar mit der geschützten Ursprungsbezeichnung. Damit werden landwirtschaftliche Produkte gekennzeichnet, deren gesamter Herstellungsprozess eng mit der Natur, den Menschen und den traditionellen Verarbeitungsmethoden einer bestimmten geografischen Region verbunden ist. Anbau, Verarbeitung und Vermarktung können in der geforderten Qualität ausschließlich in diesem Gebiet erfolgen. Jeder Schritt von der Produktion über die Verpackung bis hin zur Vermarktung ist streng geregelt und wird regelmäßig überwacht.

IGP sagt: Einzelne Schritte im Produktionsprozess erfolgen im geschützten Gebiet.

Das Kürzel IGP ist in Italien die kleine Schwester des DOP. Die Auflagen sind weniger streng. IGP ist das EU-Siegel der geschützten geografischen Angabe, italienisch „indicazione geografica protetta“. Damit werden Produkte bezeichnet, deren Anbau, Herstellung und Verpackung in einer geografischen Region erfolgen können, aber nicht müssen. Es genügt, wenn einer der Produktionsschritte in dem Gebiet erfolgt. So kommt es häufig vor, dass der Rohstoff nicht aus der Region stammt oder die Verpackung außerhalb des bezeichneten Gebiets erfolgt.

Einfach nachvollziehbar ist das am Beispiel der Bresaola (dt. Bündnerfleisch) aus der Valtellina: Die Schweine werden nicht in der Region großgezogen, das Fleisch selbst jedoch wird streng nach der Tradition der Valtellina verarbeitet. Ähnliches gilt für den Balsamico-Essig aus Modena IGP: Während der Traditionelle Balsamessig aus Modena DOP mindestens zwölf Jahre reifen muss, keinerlei Zusätze enthält und in der Region in einer einzigen zugelassenen Flaschenform abgefüllt werden muss, dürfen dem IGP-Essig Karamell und Weinessig beigemengt werden, der Essig kommt nach mindestens 60 Tagen Reifung in den Handel und die Abfüllung darf außerhalb der geschützten Region erfolgen.

Wein wird durch zwei Qualitätssiegel geschützt: DOC und DOCG

Hochwertig und traditionell hergestellt ist ein Wein in Italien, dessen Etikett ein DOC ziert, das Siegel für „kontrollierte Ursprungsbezeichnung“, italienisch: denominazione d’origine controllata. In Deutschland ist das Siegel vergleichbar mit dem Etikett „Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete“. Das Qualitätszeichen wurde 1963 eingeführt und 1992 an die europäischen Bestimmungen angepasst. Mit der Nennung des geografischen Namens eines Weinbaugebiets wird sichergestellt, dass der bezeichnete Wein seine Eigenschaften den geografischen Bedingungen und den menschlichen Einflüssen einer bestimmten Region verdankt. So wird u.a. für den Ertrag pro Hektar eine zulässige Höchstmenge festgelegt, ebenso sind die erlaubten Rebsorten gesetzlich geregelt

Prädikatsweine tragen auch Krawatte.

Weine der höchsten Qualitätsstufe tragen das DOCG-Siegel („denominazione d’origine controllate e garantita“, deutsch: kontrollierte und garantierte Urpsrungsbezeichnung), das am ehesten dem deutschen Prädikatswein entspricht. Hierbei werden regionaler Ursprung und gesetzeskonforme Herstellung nicht nur kontrolliert, sondern es wird auch garantiert, dass die bezeichneten Weine seit mindestens fünf Jahren DOC-Weine sind. Vor der Abfüllung werden DOC-Weine und DOCG-Wein einer strengen Prüfung unterzogen, die sowohl die chemische Zusammensetzung als auch die organoleptischen Eigenschaften wie Geruch, Geschmack, Farbe mit einbezieht. Die Weine werden maximal in Fünf-Liter-Flaschen verkauft und tragen am Flaschenhals eine Banderole.

2009 wurde die Herkunftsbezeichnung für den italienischen Wein analog zum Lebensmittelrecht vereinheitlich. Damit gelten die Siegel DOP und IGP nun auch für den Wein der zugelassenen Gebiete. Neben DOC und DOCG. Die Italiener sind eben der Meinung, dass ihre einmaligen Produkte gar nicht gut genug geschützt werden können.