Ostern in Italien

Sobald sich die Osterfeiertage nähern, werden in ganz Italien voller Vorfreude alle Vorbereitungen getroffen für traditionelle Prozessionen, familiäre Feierlichkeiten und die Zubereitung der vielen verschiedenen Osterspezialitäten. Nach der langen Fastenzeit freut man sich besonders auf die reichhaltigen Ostergerichte und zuckersüßen Osterkuchen wie Colomba, Pastiera Napoletana und Cassata Siciliana. Dabei feiert jede Region mit ganz unterschiedlichen Ostertraditionen und verschiedenen, kulinarischen Spezialitäten. Religiöse Symbole dürfen jedoch bei keinem Osterfest in Italien fehlen: Tauben, Kreuze und Lämmer kommen in verschiedenen Variationen als Ostergebäck oder bei den Feierlichkeiten vor

Traditionelle Osterfeierlichkeiten

Die Osterfeierlichkeiten beginnen in Italien am Gründonnerstag. Am Abend findet die Eucharistiefeier statt, bei der dem letzten Abendmahl gedacht wird. Der Karfreitag gilt als Tag der Trauer und wird mit verschiedenen Prozessionen und Darstellungen des Kreuzweges zelebriert. Um Mitternacht am Karsamstag verkünden Glocken die langersehnte Auferstehung und am Ostersonntag erreicht das Osterfest in Italien seinen Höhepunkt. Gemeinsam mit Familie und Freunden wird mit traditionellen Spezialitäten und leckeren Süßigkeiten gefeiert. Dabei werden Ostereier und taubenförmiges Gebäck als Symbol des Lebens und der Liebe zueinander verteilt.

Regionale Osterbräuche und Prozessionen

Die Tradition der Ostereier wird auch in Italien gepflegt – in der Region Marken gibt es wie im Süden Deutschlands den Brauch des Ostereititschens. In Italien bekannt als Gioco della Punta e cul werden zwei Eier fest aneinandergestoßen, gewonnen hat das Ei mit unversehrter Schale. Der Verlierer muss sein Ei dem Gewinner überlassen. In ganz Italien finden außerdem zu Ostern spektakuläre Umzüge und Prozessionen statt. In Florenz wird bei dem Scoppio del Carro ein riesiger Wagen mit Feuerwerkskörpern versehen von weißen Ochsen durch die Stadt gezogen und direkt vor dem Dom entzündet. In Rom wird der Kreuzweg (Via Crucis) vor eindrucksvoller Kulisse direkt vor dem Kolosseum in Anwesenheit des Papstes inszeniert. Im Süden Italiens finden traditionelle Prozessionen statt, in denen maskierte Menschen durch die belebten Straßen ziehen auf der Suche nach dem Auferstandenen.

Traditionelle Rezepte und süßes Ostergebäck

Ostern wird in Italien nach der langen Fastenzeit mit einem großen Festessen gefeiert. Besonders beliebt sind schmackhafte Lammgerichte mit Kartoffeln am Ostersonntag oder frühlingshafte Pasta, Risotti mit Erbsen, herzhafte Frittata oder gefüllte Tortelloni. Was auf keinen Fall fehlen darf sind die regionalen Ostersüßigkeiten und Kuchen. Der berühmte Colomba Kuchen in Form einer Taube wird ähnlich dem Panettone zu Weihnachten in ganz Italien zubereitet. Der Osterkuchen Pastiera napolitana und der sizilianische Schichtkuchen mit Ricotta Cassata siciliana sind besondere Osterspezialitäten der südlichen Regionen. In Kalabrien werden zu Ostern die Cudduraci calabresi gebacken – kleine Gebäckstücke in Form von Tauben, Fischen, Hühnern oder Herzen, in deren Teig Ostereier eingewickelt werden und den Liebsten als Symbol der Liebe geschenkt werden.