Silvester in Italien

An Silvester werden in Italien zahlreiche Traditionen und Bräuche befolgt: von der roten Unterwäsche unter der festlichen Kleidung, über die geöffneten Fenster zu Mitternacht und dem typischen Cenone di Capodanno – dem mehrgängigen Festessen in der Silvesternacht. Das Jahresende wird in Italien mit einem ganz besonderen Spektakel gefeiert und das neue Jahr mit klirrenden Gläsern und viel Freude und Glück empfangen.

Cenone di Capodanno

Zum Jahreswechsel wird in Italien ein ganz besonderes mehrgängiges Menü für Freunde und Familie aufgetischt. Der Cenone di Capodanno gehört fast überall in Italien zu den traditionellen Silvester Feierlichkeiten dazu. Vor allem die Linsen sind fester Bestandteil des typischen Menüs – die aufquellenden Hülsenfrüchte symbolisieren wachsenden Reichtum und kleinen Münzen ähnelnd, gelten sie als besonders Glück bringend. Serviert zu der italienischen Rohwurst Cotechino oder dem Zampone sind sie ein schmackhaftes Hauptgericht an Silvester.

Pasta darf an Silvester nur in länglicher Form verspeist werden, dabei stehen die beliebten Spaghetti für Langlebigkeit. Neben den Linsen gelten auch Granatäpfel als besonders glücksbringende Frucht. Ob als Verfeinerung von Risotti oder der Nachspeise, die rote süße Frucht darf an Silvester nicht fehlen. Ein weiterer Glücksbringer sind Trauben – dem Brauch nach müssen um Mitternacht mindestens zwölf davon gegessen werden, eine für jeden Monat des Jahres, um sich Wohlstand und Glück für das neue Jahr zu sichern. Am besten schmecken sie zu einem Glas Prosecco oder sprudelndem Schaumwein, wenn die zwölf Glockenschläge ertönen und die Feuerwerke knallen.

Traditionen und Bräuche zu Silvester

Die vielen alten Traditionen und Bräuche, die mit dem Fest verbunden sind, haben sich über die Zeit bis heute erhalten. Über die Feuerwerke, die in China um das 8. Jahrhundert nach Christus erfunden wurden, bis hin zum Brauch etwas Rotes in der Silvesternacht zu tragen. Im kaiserlichen Rom galt die Farbe Rot als ein besonders gutes Omen. Während der Neujahrsfeier kleideten sich die Frauen in Purpur – die Farbe des Mutes, der Leidenschaft, der Macht und der Fruchtbarkeit. Noch heute wird in ganz Italien unter den festlichen Kleidern rote, am besten geschenkte Unterwäsche getragen als Zeichen für eine glücksbringende Zukunft.

Eine weitere wichtige Tradition ist es die Fenster um Mitternacht offen stehen zu lassen und alte Dinge daraus auf die Straße zu werfen, um symbolischen Platz für Neues zu schaffen. Mistelzweige an die Türen gebunden in der Silvesternacht sollen böse Geister vertreiben und feiert man mit seiner Partnerin oder seinem Partner sollte man sich um Punkt Mitternacht unter einem Mistelzweig küssen. Ein beliebtes italienisches Sprichwort zu Silvester lautet: „Quello che si fa a Capodanno si fa tutto l’anno“ und bedeutet was man zu Silvester tut, soll sich das ganze Jahr über wiederholen. Viele Italiener sehen das Sprichwort auch als Anstoß für gute Neujahrsvorsätze und starten voller Tatendrang in das Neue Jahr.